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Michala Petri, recorder
Mahan Esfahani, harpsichord
Corelli : La Follia
5 star review in German Magazine Ensemble on Corelli-La Follia
Ensemble
15 March 2015
Dass Arcengelo Corelli seine unter Opus 5 zusammengefassten 12 Sonaten für Violine und Begleitinstrument schreib, steht ausser frage, denn immerhin war der Komponist einer der besten Violinvirtuosen seiner Zeit. Doch die Blockflöte war auch schon im 17.Jahrhundert immerhin ein weit verbreitetes Instrument für das häusliche Musizieren. Und da Corellis Musik (und gerade diese Sonaten) schon früh eine immense grosse Verbreitung erführen, ist es zuvollziehen, dass sie auch mit Blockflöte interpretiert wurden. Hier nun habe sich die Grand Dame des Blockflötenspiels, Michala Petri, und der iranishe Cembalist Mahan Esfahai darangemacht, die letzen sechs Sonaten van Opus 5, die durchweg van Tanzrythmen beseelt sind, zu interpretieren. Und wenn man dem Spiel dieser Beiden Musiker lauscht, fragt man sich, ob der klang der Violine oder der Blockflöte nun besser zu diesen Sonaten passt, die sich vierbis fünfsätzig in Suitenform darstelln. Denn Michala Petri is nicht nuer eine bemerkenswerte Blokflötistin, sondern vermag auch die klangliche Ebene den musikalischen Aussagen anzupassen, indem sie auch unterschiediche Flöten benutzt. Sie will gar nicht - wie die meisten Geiger - die virtuose Ebene in den Vordergrund stelln, sondern folgt genauestens dem verlauf der Musik mit Emphase. Und Esfahani ist ein wunderbare Cembalist, der mit ebenso viel geschmack und Selbstbewusstsein seiner Partnerin folgt. Carsten Dürer, November 2014
Ensemble

Michala Petri, recorder
Mahan Esfahani, harpsichord
Corelli : La Follia
Supersonic Pizzicato review on Corelli-La Follia
Pizzicato Magazine
06 March 2015
Symbiotisch  20/02/2015 

Arcangelo Corelli: 6 Sonaten op. 5, Nr.7-12; Michala Petri, Blockflöte, Mahan Esfahani, Cembalo; 1 CD Our Recordings 6.220610; 5/14 (66'22) – Rezension von Remy Franck 

Arcangelo Corellis Violinsonaten sind auch ohne Violine ganz tolle Kompositionen. Zum Beispiel, wenn die Blockflöte die Rolle der Geige spielt. Michala Petri führt den Violingesang zurück in den Mund und singt bezaubernd auf ihrer Blockflöte, sie koloriert und verziert nach allen Regeln der Kunst und schöpft so die ganze Bandbreite ihres Instrumentes meisterhaft aus. Dass jedoch dieser expressive und wunderbar leuchtende Blockflötenklang richtig zur Geltung kommt, das ist auch der Verdienst des Cembalisten Mahan Esfahani. Beide Musiker gehen so in ihrem Darstellungsdrang auf, dass ihre Instrumente einen perfekt und symbiotisch ausbalancierten Klang erzielen, in dem alles passt. Grandios!

Danish recorder player Michala Petri and Iranian-born harpsichordist Mahan Esfahani collaborate in the most appealing way to let the listener experience the beauty of Corelli's sonatas. Petri's singing sound is marvelous, and together with Esfahani she takes full advantage of the work's opportunities for supple phrasing and added embellishments.
Pizzicato Magazine

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
Nice review on Mozart in Pizzicato Music Magazine
Pizzicato Magazine
04 March 2015
RéF, Pizzicato. October 2008

4 out of 5 notes

Mozart schriebt zwar mit Begeisterung seine Oper "Die Zauberflöte", aber die Flöte mochte er ergentlich nicht. "Es gibt nichts so Unreines wie eine Flöte, von zwei Flöten ganz zu sweigen", pfleget er zu sagen. Aus seiner Feder gibt es dennoch mehrere Werke mit Soloflöte, so die vier Flötenquartette die für Querflöte geschrieben wurden und nicht für Blockflöte, so wie sie hier erklingen. Doch bei Michala Petris intonationssicherem, schlanken und flüssigen Blockflötenton wird die Diskussion, ob oder ob nicht, überflüssig. Sie Spielt die Blokflöte sehr virtuos und mit einer souveränen Technik, die ihr ein total natürliches Atmen und Phrasieren mit ihren Streicherkollegen erlaubt. Mozarts konzertante Quartette sprühen ja nur so vor galanter ubd graziöser Thematik, und Michala Petri wird dem vollauf gerecht. Das Streichtrio great mit diesem Klang nicht so sehr in in den hintergrung wie bei der modernen Querflöte, agiert partnerschaftlich mit und lässt die Quartette zu einem Kammermusikerlebnis warden.

Pizzicato Magazine

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
Review in The Oxford Times from concetrs with Petri/Hannibal
The Oxford Times
04 March 2015
Michala Petri and Lars Hannibal: Holywell Music Room
5:04pm Wednesday 28th October 2009

By Simon Collings »


Michala Petri is one of the world's leading recorder virtuosos. She has done as much as anyone living to popularise the instrument, and revive and expand its repertoire. In 1992, she formed an artistic partnership with her husband, the guitarist Lars Hannibal. They have been delighting audiences around the world ever since with their masterly playing and the witty commentaries with which they spice their recitals. The long-neglected recorder has enjoyed a significant revival over the last 80 years with early music enthusiasts leading the way and contemporary composers writing for the instrument.

Friday's concert included an eclectic mixture of pieces, some composed for recorder and guitar, others transcriptions of works written for other instruments. Recorders of different size and type made their appearance during the evening.

A high point was a 2,000-year-old Chinese piece in which the recorder seems to lament for a lost love while the guitar provides consoling support. This was wonderfully communicative music, providing a vivid sense of connection with the distant past. An arrangement of three movements from Piazolla's Histoire du Tango was another highly successful piece. Tango, as Hannibal pointed out, was first performed on guitars and flutes. As compelling was a transcription of Lalo's Norwegian Fantasy, a genial and colourful work written for violin and orchestra.

Some of the other pieces in the programme were more lightweight, essentially vehicles for virtuoso display, including a set of variations on a Danish folksong composed by Petri herself. The range of effects she produces from the instrument is impressive.

The enthusiastic applause of a packed hall prompted two encores – the second a witty piece called the Wagtail and the Cuckoo from a suite by a contemporary Danish composer. Petri switched between two different-sized recorders, representing the two birds with comic effect – a perfect ending to an entertaining evening.

The Oxford Times

Michala Petri, recorder
Mahan Esfahani, harpsichord
Corelli : La Follia
10/10/10 review in Klassik Heute on Corelli-La Follia
Klassik Heute Magazine
01 March 2015
Selbstverständlich bleibt eine ganze Menge auf der Strecke, wenn man die Violinsonaten op. 5, das kammermusikalische Hauptwerk Arcangelo Corellis, von der Violine auf die Blockflöte überträgt, und den, der die Stücke kennt, wird sicher irritieren, wie oft die Melodie aufgrund des eingeschränkten Tonumfangs in die Gegenrichtung springen muss, und natürlich besonders die wunderschönen Doppelgriff-Passagen vermissen. So schön das alles ist, ist es doch nicht das Wesentliche am Corelli'schen Tonsatz, der auch dann in ungeminderter Charakteristik und Pracht zum Tragen kommt, wenn die Ausdrucksmittel auf jenes geradlinige Minimum fokussiert werden, welches die Blockflöte in höchster Konzentration und Reinheit verkörpert symbolisiert.
Wenn dies trotz aller Verluste eine der schönsten Corelli-Aufnahmen der Geschichte ist, so hauptsächlich dank der grandiosen Präsenz von Michala Petri, der weiterhin unangefochtenen Maestra assoluta der Blockflöte. Ihr Spiel wurde jahrelang von den Konkurrenten aus den diversen Alte-Musik-Lagern oft harsch kritisiert: zu kühl perfekt, zu wenig affektbetont, zu klinisch präzise… Nichts davon ist auch nur ansatzweise wahr. Petri lässt ihr Instrument einfach das sein, was es ist, und versucht nicht, mit extremen Tonschwellungen oder waberndem Vibrato ein behindertes Streichinstrument zu imitieren. Ihre Kunst liegt jedoch in der subtilen Verwendung der Ausdrucksmittel und in einer höchst ungewöhnlichen energetischen Konzentration, und ohnehin in einer technisch-tonlichen Makellosigkeit und Schönheit, die immer wieder staunen machen. Ihr Partner ist der exzellente iranische, in London unterrichtende Cembalist Mahan Esfahani, der hier den 1992er Nachbau (Alain Anselm) eines italienischen Instruments der Corelli-Zeit spielt und mit seiner Lebendigkeit, sowohl spontan zierreichen als auch unmissverständlich pulsierenden Artikulationsweise und intelligenten Brillianz weit mehr als ein wendiger und wacher Begeiter ist.
Schade finde ich hier lediglich, dass die langsamen Sätze allzu flüchtig und geschwinde genommen werden und so nicht der Zauber entfacht wird, der potenziell enthalten ist. Und kritisieren, wenn auch mit Einschränkung, muss ich allenfalls gelegentlich die Art der umspielenden Verzierungen, die Michala Petri zwar meist mit viel Geschmack und Einfallsreichtum anbringt, wo es mir jedoch immer wieder so geht, dass die noble, pure Melodik des unverzierten Corelli'schen Originals schlicht mehr Größe hat und Weite atmet. Hier wäre oft weniger viel mehr. Andererseits ist es jedes Mal interessant, bei Wiederholungen die umfangreichen Wandlungen zu verfolgen, die Petri dem melodischen Rankenwerk angedeihen lässt.
Der Klang in der Kopenhagener Garnisonskirken ist ausgezeichnet eingefangen, voll, rund und klar, wobei es nicht einfach ist, unter solch halligen Umständen einen durchweg funktionierenden Ausgleich zwischen Blockflöte und Cembalo herzustellen. Dazu gibt's einen kompetent informierenden Booklet-Text von Esfahani selbst.
Dies waren also nun die Sonaten Nr. 7-12 aus dem wundervollen Opus V von Corelli, und es steht zu hoffen, dass die ersten sechs Sonaten noch folgen werden. Die wenigen kritischen Einwände können nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier um Musizieren höchsten Karats handelt, dem zu lauschen nicht nur den zahlreichen Fans der Blockflöte und Liebhabern des italienischen Barock empfohlen sei, sondern überhaupt jedem ohne Scheuklappen Interessierten.
Christoph Schlüren [02.03.2015]
Klassik Heute Magazine

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
2 new reviews from Bruuchsaler Schlosskonzert, Germany
Bruuchsaler Schlosskonzert
24 February 2015
Bruchsaler Schlosskonzert vom 12. Dezember 2008: Michala Petri (Blockflöten) und Lars Hannibal (Gitarre und Laute)
PAMINA – Klassik online im Südwesten, 15.12.2008 (www.pamina-magazin.de)
Wenn stupende Technik auf Humor trifft
Michala Petri und Lars Hannibal zeigen in Bruchsal außergewöhnliche Bandbreite
Wann erlebt man dies an einem Abend: Höchstes Konzertniveau und Musik-Kabarett vom Feinsten. Michala Petri, weltweit
führende Blockflötistin, zeigt bei den Bruchsaler Schlosskonzerten die ganze Bandbreite ihres Instruments – die freilich nur
dann zum Tragen kommt, wenn man derart außergewöhnliche Fähigkeiten hat. Begleitet wird sie von dem ebenso
sympathischen wie versierten Lautenisten und Gitarristen Lars Hannibal.
Vollkommen gelassen steht sie auf dem Podium, die Augen hat sie dabei geschlossen – fast die ganze Zeit über
während des Spiels. Die dänische Blockflötistin Michala Petri ist nicht nur eine unbestrittene Meisterin ihres Fachs,
sondern sie beherrscht dieses Fach auch mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit: In ihren Sonaten,
Variationen und Fantasien, die ihr technisch alles abverlangen, nimmt sie sich völlig zurück und lässt stattdessen
schwindelerregende Trillerketten, schnurgeraden Läufe und Flatterzungen-Passagen (Töne mit leichtem Tremolo) für
sich sprechen, und sie verquickt dies unglaublich agil: Nichts, aber auch gar nichts scheint ihr irgendeine Form der
Anstrengung zu bereiten.
Bei den Bruchsaler Schlosskonzerten durften die Zuhörer auf
eindrucksvolle Art erleben, welche enorme Bandbreite die Blockflöte hat:
Gleich ein ganzes Bündel (von Sopranino bis Tenor) bringt Michala Petri
mit auf die Bühne; sie bewegt sich bei weitem nicht nur im konventionellen
Rahmen zwischen Renaissance und Barock, vielleicht noch ergänzt um die
eine oder andere zeitgenössische Komposition – denn erst im 20.
Jahrhundert entdeckte man die Blockflöte wieder, nachdem sie im
Konzertrepertoire mehr als 150 Jahre von der Bildfläche verschwunden
war. Nein, das Repertoire der sympathischen Musikerin ist viel
differenzierter, reicht bis hin zu Astor Piazzolla, denn – so erfährt man
nebenbei – der Tango wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals auf einer
Flöte gespielt.
Gemeinsam mit ihrem Partner und Ehemann Lars Hannibal (Laute, Gitarre)
lässt sie sich nun auf ein ebenso virtuoses wie humorvolles Programm ein:
Bachs Sonate F-Dur (BWV 1033) beginnt erst mit einer ruhigen Einleitung,
doch dann wirft sich Michala Petri schwungvoll hinein in die brillanten
Figuren, bei denen einfach jeder Ton sitzt und alles mit der gleichen
Intensität, demselben runden Klang gespielt wird. Selbst die langsamen
Sätze, bei denen sie die schlichten Kantilenen unter einen einzigen großen
Bogen nimmt – sie alle folgen in ihrer Einfachheit noch einer sanft
pulsierenden Bewegung (beispielsweise in der c-moll-Partita für Solo-
Flöte), denn Michala Petri versteht es meisterhaft, diesen Bögen sofort eine Richtung zu geben. Sie stößt sie an, und
der Ton schwingt beinahe von alleine; es ist ein ganz natürlicher, weicher Atemfluss.
An der Laute ist Lars Hannibal ein aufmerksamer Partner, er folgt jeder Regung – man spürt, dass die beiden bestens
aufeinander eingespielt sind. Er fängt die Blockflöte mit behutsamen Gegenstimmen ab, umschmeichelt sie mit
bewegter Begleitung oder gibt ihr mit rhythmischen Akzenten einen festen Rahmen; wach und flink wechseln die
Figuren zwischen den beiden Instrumenten – etwa in Corellis Variationen über einen altspanischen Tanz („La Follia").
Vivaldis G-Dur-Sonate (RV 59) ist schließlich ein einziges Sprühen und Aufjauchzen.
Im zweiten Teil profiliert sich die Blockflöte dann als lautmalerisches und bildreiches Instrument: In Piazzollas „Histoire
du Tango", deren Einzelsätze mit „Bordel". „Café" und „Night Club" überschrieben sind, erwartet man selbstverständlich
eine schwül-laszive Atmosphäre, und man fragt sich zunächst, ob die Blockflöte dem entsprechen kann. Doch ein
helles, fröhliches Parlieren verbreitet schließlich die Anmutung von Leichtlebigkeit, und den verhangenmelancholischen
Ton beschwört ein tieferes Instrument.
Für die klare nordische Farbe in schlichten Volkstänzen, zarten Hirtenliedern und flimmernden Elfentänzen sorgen fünf
Stücke aus der „Lyrischen Suite" von Edvard Grieg – original geschrieben für Klavier, von Lars Hannibal eingerichtet
für Blockflöte und seine katalanische Gitarre, mit der er den Rest des Abends bestreitet.
Dazwischen lockern die beiden das Programm immer wieder mit launigen Zwischenmoderationen auf, und Michala
Petri zeigt ihren Sinn für Humor schließlich in ihren eigenen Variationen über das dänische Volkslied „Mads doss":
Extravagante Glissandi und derbe (gesungene) Gegenstimmen zum Flötenton sorgen hier bereits für Schmunzeln –
und nach der aufschäumenden, temperamentvollen „Fantaisie norvegienne" (von Edouard Lalo) gibt es zwei ebenso
pikante Zugaben. Denn nun sei man eingespielt, und in dieser wunderbaren Akustik könne man ohnehin nicht
aufhören, so der flapsige Kommentar.
In „Souvenir" von Ladislav Kupkovic windet sich die Blockflöte kokett bis schadenfroh um die immer gleiche, sehr
begrenzte Begleitung; Asger Lund Christiansen lässt in seiner „Garden Party" eine flinke Bachstelze und einen
wortkargen Kuckuck miteinander in einen komischen Dialog treten. – Selten erlebt man eine solche Vielfalt; den beiden
Künstlern gelingt höchstes Konzertniveau und Musik-Kabarett an einem einzigen Abend.
Christine Gehringer
Bruchsaler Schlosskonzert vom 12. Dezember 2008:
Michala Petri, Bockflöten und Lars Hannibal, Gitarre und Laute
Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe, 15.12.2008
ZWISCHEN TRAUM UND GLÜCK
Grandios: Die Flötistin Michala Petri im Bruchsaler Schloss
Edel, makellos, rein und schlank, angesiedelt in einer Zone zwischen Traum und
Glückseligkeit, so kommen sie daher: die Flötentöne von Michala Petri. Ihr erneuter
Auftritt in der Reihe der Bruchsaler Schlosskonzerte übertraf alle noch so kühnen
Erwartungen.
Der erste Teil war Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi
verpflichtet, – den Barockmeistern, die noch für die Blockflöte komponierten, bevor
diese in einen Dornröschenschlaf von etwa 170 Jahren versank, weil sie der
Traversflöte hinsichtlich Tonumfang und Klangstärke nicht mehr gewachsen war. Als
man im vergangenen Jahrhundert begann, die Barockmusik erneut zu schätzen,
empfand man auch das Bedürfnis, sie authentisch zu hören. Man darf davon
ausgehen, dass das, was man bei diesem Bruchsaler Schlosskonzert gehört hat – ob
von der Flötistin allein oder zusammen mit ihrem kongenialen Partner und Ehemann
an der Laute, Lars Hannibal – in den kirchenfürstlichen Barockräumen damals genau
so geklungen hat, falls Persönlichkeiten dieses Formates hier musiziert haben.
Mit schier endlosem Atem gab die Künstlerin den Kantilenen in den langsamen
Sätzen der F-dur-Sonate und c-moll-Partita Bachs sowie der Pastorale in der G-dur-
Sonate Vivaldis lebendige Gestalt, wobei sie die Verzierungen klug der Linearität
unterordnete. Die schnellen Sätze offenbarten ihre Virtuosität, – nie Selbstzweck,
sondern getreue Dienerin der Interpretation. So auch bei La Follia von Corelli, wo
das ursprünglich für Violine geschriebene Stück unter ihren quirligen Fingern zu
einem wahren Kabinettstück geriet.
Kompositionen mit folkloristischen Elementen aus der Zeit der Romantik und
Gegenwart prägten den zweiten Teil dieses Konzertabends. Auch hier bewegte sich
die Solistin absolut stilsicher, wenn sie etwa mit Astor Piazzolla die Hörer auf eine
Zeitreise durch die Geschichte des Tangos mitnahm, bei der charakteristische
Elemente dieses Tanzes in einem neuen Licht dargestellt werden, die Essenz jedoch
erhalten bleibt, aber auch bei der „Fantaisie norvegienne" von Lalo oder den Tänzen
von Edvard Grieg, wo beispielsweise die Elfen spukartig vorüberhuschen. Dass die
Virtuosität bei Michala Petri keine erkennbaren Grenzen kennt, bewies sie bei ihren
eigenen Variationen über das dänische Volkslied „Mads doss", in welchem es an
bruchlosen Glissandi, wild bewegten Tonkaskaden mit Flatterzunge (Frullato) und
kontrapunktisch mit den gespielten Tönen verwobenen gesungenen
schalmeienartigen Gegenstimmen nur so wimmelte.
Lars Hannibal, der im zweiten Teil seine Laute gegen eine katalanische Gitarre
ausgetauscht hatte, begeisterte durch sein Einfühlungsvermögen. Zu Zugaben
musste das sympathische Paar nicht gedrängt werden. Nach zwei Stunden höchster
Konzentration meinte die Primadonna des Blockflötenspiels: „Jetzt, wo wir uns warm
gespielt haben, fällt es sowieso schwer, aufzuhören".
Herbert Menrath
Bruuchsaler Schlosskonzert

Michala Petri, recorder
Mahan Esfahani, harpsichord
Corelli : La Follia
Great Eurodisc review on Corelli
Eurodisc Magazine
17 February 2015
Europadisc UK
Harpsichordist Mahan Esfahani has been making rather a name for himself over the last year or so, especially since the release of his Gramophone Award winning disc of CPE Bach's Wurttemburg Sonatas on Hyperion. Since then, there has been a very well received live recital from the Wigmore Hall and a brand new set of works by Rameau, again on Hyperion. However, our review this week actually moves away from his solo work and looks at a collaboration he has made with virtuoso recorder player Michala Petri. Featuring sonatas (transcribed) by Corelli, it is entitled La Follia and features six of the Opus 5 Sonatas, including the famous set of variations from which the disc gets its title. It is beautifully played and recorded (in Hybrid SACD format by OUR Recordings) and comes highly recommended as our disc to buy this week. See below for the full review.
Incredibly, it's almost thirty-five years since Danish recorder player Michala Petri burst onto the international music scene with her first recordings for Philips. Yet on this latest disc from her own OUR Recordings label her playing is as fresh and sparkling as ever. Here she teams up with the young Iranian-born harpsichordist Mahan Esfahani – already something of a star in his own right – for a splendidly invigorating disc of sonatas by Arcangelo Corelli.

Published in 1700, Corelli's twelve Opus 5 Sonatas for violin and continuo were among his most popular, appearing in no fewer than forty-two editions (including various re-arrangements) during their first century of existence. The second half of the set comprises six sonatas taking their inspiration from the baroque dance suite, and it is little wonder that they proved such a success, for they combine Corelli's own unique cantabile style of melodic invention with a wondrously uplifting sense of rhythmic buoyancy.

These performances are based on an eighteenth-century edition by John Walsh of London, 'The whole exactly Transposed and made fitt for A FLUTE and A BASS with the aprobation of severall Eminent Masters'. With changes in figuration to accommodate the recorder, they work brilliantly as an instrumental showcase, designed for the growing market in home music-making. Esfahani's insightful booklet note explains how he and Ms Petri have consulted extensive contemporary editions in their choice of ornamentation and continuo realisation, and their performances are sublimely engaging. Slow movements (notably the Sarabandes) are beautifully expressive without being over-indulgent, while the faster ones are nicely sprung and alert – the Gavottes of Sonatas 9 and 10 turn into wonderfully agile tours de force.

The highlight, however, is certainly the twelfth Sonata, a kaleidoscopic set of variations on the celebrated La Follia theme (advertised by Walsh as 'the SPANISH FOLLY') that proved so popular in the baroque period and even influenced Liszt, Rachmaninov and Tippett. Here, Petri and Esfahani are ideally responsive to the changing character of each variation, and Ms Petri's command of the various figurations is dazzling.

The recordings, made in the sympathetic baroque surroundings of Copenhagen's Garrison Church, strike exactly the right balance between spaciousness and focus, with the the harpsichord quite rightly less closely miked than it would be for a solo recital, yet no detail is lost, and Esfahani's brilliant harpsichord playing is a perfect match for Ms Petri's seemingly effortless virtuosity. A dream team, then – and, with a lavishly illustrated booklet, an easy recommendation for this endlessly charming and inspiriting music. November 2014
Eurodisc Magazine

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
Fanfare Overview on OURrecordings
Fanfare Magazine
16 January 2015
"Each OUR Recordings CD occupies its own niche and can be recommended without hesitation…"
Michala Petri is a world-renowned recorder virtuoso, but she's recently embarked on a second career running OUR Recordings with her husband, guitarist Lars Hannibal. Although justly praised for her exuberant and knowledgeable performances of Baroque music, Petri has always been an adventuresome artist, dedicated to expanding her instrument's repertoire by commissioning new works and participating in imaginative collaborations with other musicians. Judging by these CDs, OUR Recordings seems set on a similar exploratory path.
"Spirits" pairs Hannibal with Chen Yue, a Chinese bamboo flutist, in a mellow recital combining traditional English, Chinese, Japanese, Hungarian, and Catalan music with one piece each by Bach (the ever-popular Air on the G String), Vivaldi (the Largo from The Four Season's Winter, played in a faster-than-usual tempo), and Ulrik Neumann (a nostalgic Love Waltz with a Russian soul). Chen is a sensitive and expressive musician. Her lovely tone, tasteful slides, and exquisite timing beautify everything she plays; her performances of Chinese music are especially memorable. Lars Hannibal is an attentive accompanist and a virtuoso in his own right. His sophisticated arrangements—in the Chinese pieces he convincingly imitates traditional ch'in and pipa technique—treat both instruments as true partners. The two also perform as soloists—three tracks each—and Chen overdubs two flutes in Autumn Piece.
When I read the word "Siesta," I picture a recumbent Mexican wearing a multicolored serape snoozing under his extravagantly brimmed sombrero. For Lars Hannibal, however, a siesta offers a break from work which doesn't have to be spent sleeping. Instead, it's a good time to listen to music. You certainly wouldn't want to doze through this CD, as even in the familiar pieces the recorder's woody rusticity shines a new light on the old tunes. Piazzolla's Histoire du tango—a four-movement suite chronicling the evolution of tango in Argentina—expresses itself with humor, melancholy, and in the last movement, irony. Joan Albert Amargòs's Tango català has a Spanish title, but I hear Brazil in its mood, melody, and harmony. After the guitar sets the scene, the recorder joins in, substituting for a sultry singer in a work "having the quiet sadness of many a Jazz ballad" (from Leo Black's notes). Castelnuovo-Tedesco's Sonatina is the work of a classicist in love with Spain; Ravel's Pièce en forme de habanera sways to its endlessly seductive rhythm; and Entr'acte, Ibert's swirling mini-travelogue, recalls the old cliché that some of the best Spanish music is by French composers. Three works by Villa-Lobos close the recital: Modinha (literally, little song), a lyrical, syncopated melody; Distribução de flores, a haunting tune (especially when played by the tenor recorder), with an unmistakable South American Indian sound; and the Cantilena from the well-loved Bachianas
brasileiras No. 5. The recorder and guitar probably won't displace the voice and cellos of the original in listeners' affections, but the melody is as beautiful as ever... Overall, a very enjoyable disc that introduced me to some unfamiliar music while providing a fresh look at some perennials. (One tiny flaw: on my copy, the titles of tracks 9 and 10 should have been reversed.)
If your idea of a recorder concerto hasn't progressed beyond the Baroque, "Movements"— will be a revelation, for here are three large-scale works that place the instrument firmly in the 21st century. Amargòs's Northern Concerto is astonishing for its color, brilliant orchestration, and sheer sweep. The intoxicating opening theme, the fluid mix of tumultuous and lightly textured orchestral writing, allowing the enthusiastic piping of the recorder to be heard without strain, and the sophisticated, yet earthy rhythms confer immediate, sensuous delight. Stunning clarity and an exceptionally animated performance by soloist and orchestra—a tribute to the conductor's skill as well as to his players' virtuoso technique—unite in a sonic spectacular. I couldn't help but respond to Amargòs's exuberance, especially given my fondness for splashy, exotically tinged music. Pipes and Bells, Daniel Börtz's one-movement concerto, opens with a mysterious passage that's followed by rhythmically charged outbursts and moments of pastoral poetry. The recorder's soft "cuckoo, cuckoo" seems to emerge from and then recede into a mist as the music fades away. Writing about it, Hannibal explains that "Bortz responded to Michala's wish to explore new and stronger dynamics, recently made possible thanks to some newly acquired instruments: he wrote dramatic dynamic changes and quick passages for the large and usually soft tenor recorder; conversely, the small, normally penetrating and aggressive sopranino is asked to produce soft, long-held tones. This approach affected not only the contrast between the two instruments, but also the extreme dynamics between the soloist and the orchestra, through a mixture of soft, delicate and angelic passages and loud, almost diabolical passages." Steven Stucky's Etudes is much more sophisticated than the titles of its movements—"Scales," "Glides," and "Arpeggios"—might suggest. Alternately puckish, languorous, and jaunty, it's consistently colorful and inventive: the inspired orchestration always provides a perfect foil for Petri's agile, atmospheric playing. In sum, this is a fabulous disc, filled with wonderful music and performances that enlarge our appreciation of the recorder's possibilities.
Each OUR Recordings CD occupies its own niche and can be recommended without hesitation, but if I had to choose just one, I'd be hard pressed to discard "Movements."
-Robert Schulslaper
Fanfare Magazine

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
5 out of 5 stars for Mozart in Amazon.com
Amazon.com
06 January 2015
My Favorite Recording of 2007: Petri and Company with Mozart's Flute Quartets (review from amazon.com)   
Michala Petri of Denmark on the recorder, Carolin Widmann of Germany on the violin, Ula Ulijona of Lithuania on the viola and Marta Sudraba of Latvia on the cello. All four ladies demonstrate remarkable tonal balance and seamless phrasing in their respective accompaniments,although Michala Petri is by far the best renown for her works with Keith Jarrett for RCA, most notably the Bach Sonatas for flute Bach: Six Sonatas and the Handel recorder sonatas Handel: Recorder Sonatas. I disagree with the previous reviewer about Mozart's flute quartets being played just on flutes. Herein is the argument: was Mozart the composer more concerned about the actual composition as is, or the interpretation of what ought to be played?
The transverse flute finds its most contemporary interpretation in the alto, soprano and the birdlike sopranino recorders. Petri plays these instruments brilliantly and with great virtuosity, although without casting attention upon herself but sharing the stage with her fellow ensemble members. The other three ladies are accomplished performers in their own countries so it is with great respect that I esteem this wonderful collaboration of four ladies from such diverse backgrounds.
The entire recording has a delicate feel that is warm and caressing to the ears. Although the modern flute may sound metallic and even shrill at times, there is none of that harshness here. All four quartets come forth with seamless phrasing and sensitivity to detail. Our Recordings' sonic engineering is to be commended. This was beautifully produced overall in the month of August 2007 on the Danish island of Bornholm. With detailed backgrounds of each performer and excellent liner notes, this disk is highly recommended. The best recording of 2007 for me, ClasseekGeek.
Performance: 5 stars. Sonic Engineering: 5 stars. (This hybrid SACD sounds warm and inviting even on a home stereo system without SACD capabilities) Presentation/Packaging: 5 stars. Track Selection: 5 stars. 
Amazon.com

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
Interview with Michala
02 December 2014
Ihr Name ist in der Musikwelt ein Begriff, wenn es um ihr Instrument, die Blockflöte, geht. Michala Petri hat mit diesem Instrument, das so einfach zu handhaben und zu spielen scheint, eine Weltkarriere, die mit diesem Instrument wohl noch keiner vor ihr hatte. In diesem Jahr feiert die aktive Dänin bereits ihren 50. Geburtstag. Doch, was noch beeindruckender ist: Sie kann in der Saison 2008/09 bereits ihr 40. Bühnenjubiläum feiern. Und das mit einem der Kammermusik zugewandten Instrument, das man vor allem aus der Alte-Musik-Praxis kennt. Aber Michala Petri war niemals Teil dieser seit den 60er Jahren so populär gewordenen Art des Musizierens. Kaum mag man es glauben. Wir trafen Michala Petri in Dänemark und unterhielten uns mit ihr über ihren Werdegang und ihre Ansichten zum Blockflötenspiel.

Carsten Dürer

Ensemble: Sie haben sich ja enorm früh für die Blockflöte als Instrument entschieden, in einem Alter, in dem viele Kinder wohl noch keine konkrete Idee haben, welches Instrument sie überhaupt spielen wollen, und vielleicht sogar noch davon träumen, später einmal ein anderes Instrument zu spielen. Wieso also die Blockflöte?

Michala Petri: Nun, das kam sehr natürlich, auch dadurch, dass ich die erste Blockflöte bereits mit drei Jahren von meinem Vater geschenkt bekommen habe. Wenn ich jetzt zurückdenke – auch in den Krisen, die ich mit diesem Instrument in all den Jahren hatte und in denen ich mich selbst gefragt habe, warum ich dieses Instrument spiele –, dann war es für mich immer das richtige Instrument, schon als ich fünf Jahre alt war. Mein erster Auftritt war, als ich fünf Jahre alt war. Und ich kann mich heute noch sehr genau daran erinnern, wie ich mich in dieser Situation gefühlt habe. Ich habe gespürt, dass die Situation wichtig ist, dass es etwas Richtiges war, was ich da tat. Ich spürte, dass es wahr ist, was ich da tue, auch wenn ich damals das Wort „wahr" noch gar nicht kannte oder wahrnehmen konnte. Das war etwas Essenzielles.

Ensemble: Das heißt: Das Instrument passte einfach zu Ihnen?

Michala Petri: Ja. Ich habe später ja auch noch Querflöte gespielt, ein Instrument, das mich nie richtig angesprochen hat. Meine Eltern hatten mir die Querflöte geschenkt, als ich 11 oder 12 Jahre alt war. Vielleicht war es die frühe Erfahrung des Auftretens mit der Blockflöte, die mir signalisierte, dass dies genau das Richtige ist.Jedenfalls spielte ich einige Jahre lang, bis ich 16 Jahre alt war, die Querflöte, parallel zur Blockflöte, bin sogar kurzzeitig aufs Konservatorium mit diesem Instrument gegangen, habe es aber dann aufgegeben. Zum einen dachte ich, dass ich nicht so viel auf diesem Instrument kann wie die anderen Schüler, zum anderen hatte ich den Eindruck, dass dieses Instrument zu einfach zu spielen sei. Ich war es von der Blockflöte ja gewohnt, extrem präzise zu spielen. Nun wird jeder Querflötenspieler sagen, dass man das auch muss, wenn man Querflöte spielt. Aber man hat die Klappen, und das macht einen kleinen Unterschied, wenn man Blockflöte spielt. Und ich spürte, dass mein Spiel auf der Blockflöte immer schlampiger wurde, wenn ich die Querflöte viel gespielt habe. Und auch der Atemdruck ist viel grober bei der Querflöte, man muss viel stärker physisch arbeiten. Zu dieser Zeit war ich ja bereits 16 Jahre alt und hatte schon sehr viel zu tun, spielte viele Konzerte. Und so entschied ich mich endgültig für die Blockflöte.

Ensemble: Nicht ganz so schnell bitte. Haben Sie niemals auf ein anderes Instrument geschielt? Auf die Geige oder das Klavier?

Michala Petri: Klavierspielen habe ich geliebt, als ich es in meinem Studium spielen musste. Aber davon einmal abgesehen: In meinem Ohr habe ich immer den Klang einer Geige, wenn ich die Blockflöte spiele, wenn ich etwas Musikalisches gestalten soll und will. Entweder eine Singstimme, oder aber halt eine Geige.

Ensemble: Warum ausgerechnet eine Geige?

Michala Petri: Vielleicht, weil mein Vater Geiger ist. Aber auch deshalb, da es so viele großartige Musiker gibt, die Geiger sind, alles im Bereich des Klangs einfach gestalten können. Und das ist das Maximale, was ich mir auf einem Ein-Ton-Instrument wie der Blockflöte vorstellen kann.

Ensemble: Für Sie war es ja schon von früh an so, dass die Musikrichtung, die man fast gleichbedeutend mit der Blockflöte setzt, die Barockmusik, bei Ihnen niemals der Fokus war. Ist das richtig?

Michala Petri: Es war auch nicht außerhalb des Fokus, allein aufgrund der Ausbildung. Aber ich habe immer versucht, weiterzukommen, als das, was es schon gibt. Und vielleicht habe ich auch bald schon gespürt, dass es viele andere Blockflötisten gibt, die bereits viel Barockmusik spielen – und kaum solche, die neue Werke für Blockflöte schreiben lassen, oder auch nur interpretieren.

Ensemble: Hat es auch damit zu tun gehabt, dass Sie anders sein wollten, vielleicht auch anders als die anderen Studenten, mit denen Sie studiert haben, die aber hauptsächlich Barockmusik spielten?

Michala Petri: Ja und nein, denn ich war ja eh anders, da ich ja schon mit 11 Jahren zu studieren begonnen habe.

Ensemble: Hier in Dänemark?

Michala Petri: Nein, in Hannover. Ich habe nach der vierten Klasse die Schule abgebrochen und bin dann an die Hochschule in Hannover gegangen. Die anderen waren also um die 18 Jahre und ich war 11 Jahre. Natürlich habe ich dann erst einmal das gesamte Barockrepertoire von meinem Lehrer Ferdinand Konrad gelernt. Aber für ihn war es dann auch bald interessant, dass es neue Stücke gab. Denn ich habe ja schon das erste Stück mit sechs Jahren gewidmet bekommen, von Henning Christiansen, einem dänischen Komponisten, der später Kunstprofessor in Deutschland war.

Ensemble: Warum aber das Ausland, warum Hannover, als Sie noch so jung waren?

Michala Petri: Mein damaliger Lehrer hier in Dänemark hatte meiner Mutter empfohlen, dass ich Ferdinand Konrad vorspielen sollte, damit er meine Zukunft beurteilensollte. Es sollte ein kurzer Besuch werden, aberdann war er so begeistert, dass er mich sogleich in seine Klasse aufnehmen wollte.

Ensemble: Sind Sie dann alleine nach Hannover gezogen?

Michala Petri: Ich habe weiterhin in Dänemark gewohnt, bin aber mit meiner Mutter jeden Montagabend mit dem Zug nach Hannover gefahren und Dienstagund Mittwochmorgen habe ich dann Stunden bekommen, und am Mittwochabend ging es wieder zurück. Das habe ich bis zum Alter von 17 Jahren gem acht.

Ensemble: Gab es dann auch in Ihrem Werdegang Kurse bei Lehrern, die sich mit der Alte-Musik-Praxis beschäftigten?

Michala Petri: Die ersten Jahre habe ich nur Blockflötenstunden bekommen, dann habe ich auch die Musikgeschichte gelernt, allerdings nur sehr wenig, muss ich sagen. Musiktheorie habe ich dann privat bei einem Lehrer in Dänemark gemacht.

Ensemble: Doch noch einmal gefragt: War die ganze Alte-Musik-Bewegung nicht beeinflussend oder interessant für Sie als Blockflötistin?

Michala Petri: Ja, es war interessant gewesen, aber auch irgendwie als Gegenbeispiel zu meinen eigenen Überzeugungen und meinem eigenen Spiel. Ferdinand Konrad war ja noch aus der Generation vor Frans Brüggen. Damals waren diese Musiker wie Brüggen, der ja auch einmal mit modernerer Musik angefangen hat, sehr extrem; das muss man auch sein, wenn man als einer der Ersten eine neue Richtung vertritt. Aber als ich dann auch musikalisch zu derselben Generation gehörte, war mir diese Ausdruckswelt auch fremd. Zudem war ich überaus
loyal zu meinem Lehrer, der eine andere Richtung des
Spiels vertrat.

Ensemble: Es ist also schon eine vollkommen andere Art des Spiels, vor allem des Phrasierens?

Michala Petri: Es ist anders, ich empfinde es natürlich vor allem ganz anders. Man hat ja barock gestimmte 16 ensemble 4/08 Flöten und modern gestimmte Flöten. Meine Flöten waren immer Barockflöten, aber in moderner Stimmung. Sofort wenn ich eine Barockflöte in die Hand nehme, dann spiele ich auch anders. Als ich fertig mit meinem Studium war, in dem ich nie die Gelegenheit hatte, eine barock gestimmte Flöte zu spielen, war ich dann natürlich auf eine bestimmte Art des Spielens eingeschworen. Aber es gibt auch noch eine andere Ebene. Ich bin ja oft
gefragt worden, warum ich anders spiele als andere. Und natürlich habe ich mir darüber immer schon Gedanken gemacht. Ich spiele auf eine moderne Weise die Flöte, vielleicht eher mit einer romantischen Sichtweise. Wenn man also eine größere Perspektive sieht, dann muss man einfach sagen: Diese Art des Spiels ist die, die ich gelernt habe. Wenn ich versuche anders zu spielen, dann ist das für mich selbst einfach unwahr.

Ensemble: Kann man das beispielsweise mit der Geige vergleichen, denn man lernt ja in der Regel auch das moderne Geigenspiel und müsste sein Spiel für die barocke Spielweise verändern?

Michala Petri: Ja, das kann man vergleichen, Hilary
Hahn beispielsweise spielt ja auch Bach auf der modernen Geige. Man würde sie ja auch nicht fragen, warum sie keine unveränderte Geige nach historischem Vorbild mit einer anderen Technik spielt.

Ensemble: Warum fragt man denn Hilary Hahn nicht danach, Sie aber immer wieder?

Michala Petri: Ich glaube, da man sie spielen hören will, und nicht sie mit einer anderen Technik, denke ich.

Ensemble: Hat es nicht auch mit einer Tradition zu tun, die bei der Geige kompositorisch und spieltechnisch ununterbrochen ist? Bei der Blockflöte ist die Tradition ja für lange Zeit unterbrochen worden.

Michala Petri: Nun, das ist richtig und nicht ganz richtig. Es gab tatsächlich auch in der Romantik Blockflöten. Sie waren anders gebaut, länger gebaut, auch mit Klappen versehen und mit einem größeren Ton. Aber das Prinzip der Tonerzeugung mit einem Block war das gleiche. Dieses Instrument ist zwar vergessen, wird aber bei Beethoven erwähnt und existierte noch darüber hinaus. Zudem gab es ja in der Militärmusik das Flageolett, von dem man bis vor kurzem annahm, es sei nur ein kleines Instrument, mit einem kleinen Ton. Aber man hat festgestellt, dass man mit einem Schwamm, richtig positioniert im Instrument, mit diesem Instrument große Lautstärken erzielen kann. Diese Instrumente zeigen, dass die Blockflöte irgendwie jedenfalls immer da war, aber nicht mehr solch eine große Rolle spielte. Und dann ist die Blockflöte Anfang des 20. Jahrhunderts wieder neu entdeckt worden. Das heißt, die Linie ist nicht ganz ununterbrochen, aber das Instrument ist immer vorhanden gewesen.

Ensemble: In Deutschland wurde die Blockflöte in den 60er Jahren ja dann wiederentdeckt als leicht zu transportierendes und zu spielendes Instrument, von der Wandervogelbewegung. Die Pädagogen griffen das auf und so wurde die Blockflöte bald schon das Schüler- und Anfängerinstrument Nr. 1, was dazu führte, dass sie bis heute einen recht schlechten Ruf als Anfänger-, aber nicht ernsthaftes Instrument besitzt. Wie stehen Sie zu dieser Beurteilung?

Michala Petri: Die Blockflöte ist ja auch leicht zu spielen, am Anfang. Aber wenn man dann so spielen will wie eine Geige oder Oboe, ist es ein schwer zu spielendes Instrument. Dann ist es sogar schwieriger. Das Instrument ist ja viel primitiver aufgebaut, man hat nur den einen Kanal, durch den man bläst. Wenn man lauter spielt, dann steigt der Ton, wenn man leiser spielt, dann fällt er ab. Man hat nicht so viele Möglichkeiten, den Ton mit dem Ansatz zu verändern. Das heißt, ich weiß, dass ich  rgendetwas im Innern des Munds mache, was den Ton verändert, was genau, kann ich nicht sagen, da muss man Leute fragen, die das sicherlich schon erforscht haben. Aber das muss man sich in jedem Fall selbst erarbeiten.

Ensemble: Wenn man schon für Sie ein modernes Werk geschrieben hat, als Sie sechs Jahre alt waren, und diese modernen Kompositionen sich durch Ihr ganzes Leben durchgezogen haben, kann man dann sagen, dass dies der Beginn einer neuen Traditionslinie für die Blockflöte war?

Michala Petri: Das ist schwer zu sagen, ich weiß nicht, ob das richtig wäre. Ich weiß ja, dass auch Ferdinand Konrad und Frans Brüggen zu dieser Zeit auch ganz moderne Werke interpretiert haben. Ich war nicht der erste Interpret, nur dass es sich bei mir fortgeführt hat. Meine Mutter hat sehr schnell und früh Komponisten gefragt, ob sie nicht für mich schreiben wollen.

Ensemble: Nach dem Studium ging es ja mit der Karriere bei Ihnen ganz schnell weiter, viele Konzerte, aber auch immer wieder moderne Werke. Hatte sich das so etabliert, dass Michala Petri moderne Werke spielt?

Michala Petri: Nein, fast immer habe ich die Komponisten gefragt.

Ensemble: Warum fragt man moderne Komponisten? Reichte das Repertoire nicht, das vorhanden war?

Michala Petri: Damals war ich noch so jung, dass ich
alles tat, was man mir sagte. Hätte man mir also gesagt, ich solle nur Barockmusik spielen, hätte ich das auch getan. Meine Mutter war aber immer an moderner Musik interessiert, so dass ich immer moderne Stücke bekommen habe. Die habe ich dann auch mit sehr viel Freude gespielt. Ich habe immer eine Verbindung zur heutigen Welt in diesen Werken gespürt, die ich in der Barockmusik vermisst habe.
Mein Leben war zudem auch sehr isoliert, da ich ja nicht mehr zur Schule ging. Wenn ich also mit einem
Komponisten zusammenarbeiten konnte, dann war ich ein Teil des Lebens. Das hat auch dazu beigetragen, dass ich diese Art von Musik immer wieder gespielt habe.

Ensemble: Das hört sich auch ein wenig tragisch an ...

Michala Petri: Ja, das war es auch, aber jede Medaille hat zwei Seiten. Wenn diese Einsamkeit nicht vorhanden gewesen wäre, dann hätte ich vielleicht nicht so viel gearbeitet, um das Leben führen zu können, das ich heute führe.

Ensemble: Denken Sie, dass die Blockflöte – so wie Sie sie verstehen – eher ein Soloinstrument ist, oder mehr ein Kammermusikinstrument?

Michala Petri: Eine schwierige Frage. Alle Soloinstrumente können ja auch Kammermusikinstrumente sein. Aber für mich ist die Blockflöte ein Soloinstrument, ich bin von Natur aus eher ein Solospieler.

Ensemble: Aber Sie spielen ganz viel Kammermusik ...

Michala Petri: Ja sicher. Aber auch dann, wenn ich mit einem großen Orchester spiele, spiele ich immer Kammermusik. Das Instrument aber hat ein Recht in sich selbst.  Anders ausgedrückt: Ich sehe die Blockflöte gar nicht als Instrument, sondern die
Blockflöte ist nur ein Vehikel, über das ich mich ausdrücken kann. Sie ist eine natürliche Fortsetzung von mir selbst. [denkt nach] Vielleicht kenne ich das Instrument einfach zu gut, um darüber irgendwie überhaupt urteilen zu können. Ich spiele dieses
Instrument gerne, auch wenn ich heute vielleicht ein anderes Instrument wählen würde, wenn ich am Anfang vor der Wahl stände. Denn es wäre dann vielleicht leichter, all das auszudrücken, was ich gerne ausdrücken möchte. Dann würde ich vielleicht
eher die Klarinette wählen, denn von meiner Natur aus bin ich in jedem Fall eine Blasinstrumentenspielerin.

Ensemble: Wegen der ganzen Erfahrungen mit diesem Instrument und den Situationen in Ihrer Laufbahn würden Sie auch ein anderes Instrument wählen? Oder spürt man bei all dem Wollen des Ausdrückens von Musik und von Emotionen, dass die Blockflöte doch limitiert ist?

Michala Petri: Es ist limitiert, ohne Zweifel. Und man muss immer mit dieser Limitierung kämpfen. Aber immer, wenn ich denke, ich bin an eine Grenze gelangt, dann kommt in mir oder auch in den Instrumenten eine neue Entwicklung, die wieder neue
Möglichkeiten bietet. Dann fängt man fast von vorne an. Auch die neuen Flöten, die Mollenhauer und Moeck entwickelt haben, waren eine neue Herausforderung für mich. Eigentlich habe ich sie viel zu kurz gespielt, nur ein paar Jahre.

Ensemble: Die Entwicklung ist also noch gar nicht zu Ende?

Michala Petri: Nein, überhaupt nicht, ich lerne immer noch, auch immer mit anderen Instrumenten.

Ensemble: Wie ist es überhaupt möglich, sich so lange, also 40 Jahre lang, mit einer Blockflöte auf den Bühnen der Welt halten zu können?

Michala Petri: Das ist Glück! [sie lacht] Ich habe nie vermieden zu reisen, die Welt ist sehr groß, man kann immer ein neues Publikum begeistern. Aber anstrengend ist es schon, ich kann schon verstehen, dass andere zu unterrichten beginnen. Das habe ich nie gemacht, da mir auch immer die Zeit gefehlt hat. Solange ich mit der Entwicklung der Blockflöte, mit der Entwicklung der Instrumente und meinem eigenen Spiel weiterkommen kann, werde ich auch auf der Bühne stehen.

Ensemble: Es gab eine Zeit, da war Michala Petri allen Menschen in der Musik ein Begriff. Dann war es auf ein Mal etwas weniger, warum war dies der Fall? Denn zuvor war Ihr Name für dieses Instrument ja fast marktbeherrschend.

Michala Petri: Das kann sein. Es gab einige Jahre, in denen ich nicht so viel gereist bin, da ich mich um meine Kinder kümmern wollte. Ansonsten wäre das auch gar nicht ungewöhnlich, da der Fokus immer eher auf jungen Musikern liegt. Immer diejenigen,
die neu sind, werden in den Medien und auch in den Konzerten bevorzugt. Das ist eine natürliche Sache, die ich akzeptiere. Vielleicht habe ich in den vergangenen Jahren auch weniger in Deutschland gespielt. Auch mein Aufhören bei BMG hat sicherlich
etwas damit zu tun, denn das Label hat immer wieder etwas für mich getan, hat immer wieder einmal ein Interview lanciert, das mir auch Konzerte verschaffte. Das hängt alles zusammen.
Aber das bedeutet nicht, dass ich weniger spiele. Nun, wo die Kinder größer sind, spiele ich auch wieder mehr im Ausland, auch in den USA, in Spanien und in Italien, wo ich nie wirklich viel gespielt habe.

Ensemble: Haben sich die Auftritte denn auch stärker hin zur Kammermusik verändert?

Michala Petri: Ja, es ist auch schön, denn immer wenn ich von Orchesterkonzerten zurückkehre zur Kammermusik, fühle ich mich so geborgen, so sicher – und auch freier.

Ensemble: Auch wenn es bei Ihnen selbst sehr natürlich kam, was könnten Sie heute Eltern und Anfängerschülern raten, wenn es um die Blockflöte geht?

Michala Petri: Dass ich finde, dass es für jedes Kind ein gutes Instrument ist. Ich finde es wichtig, dass jedes Kind ein Instrument spielt. Erstens, dass ein Kind überhaupt ein Instrument spielt, und zweitens, dass es ein Blasinstrument spielt; denn ich glaube, dass es die bessere Art von Instrument ist, da es mit dem Körper so eng in Zusammenhang ist. Eine Geige oder ein Klavier sind immer außerhalb des Körpers. Aber das kommt natürlich ganz auf das Kind an. Es gibt Kinder, die viel zu viel Kraft haben. Die Blockflöte hat auch eine immense Natürlichkeit, so dass ich glaube, Kinder kommen sehr schnell klar mit diesem Instrument und finden eine Verbindung zur Natur mit diesem Instrument. Das bedeutet: Wenn man in eine Blockflöte bläst, dann hat man überhaupt keine Beschränkung. Der Klang kommt sehr direkt zustande.

Ensemble: Was kann man denn Lehrern raten, um die Kinder länger bei der Blockflöte zu halten? Denn es ist ja bekannt, dass nach dem Einstieg mit diesem Instrument viele Kinder auch ganz schnell gelangweilt wieder aufhören oder sich einem anderen Instrument zuwenden.

Michala Petri: Nun, ich denke auch nicht, dass die Blockflöte für jedes Kind das richtige Instrument ist.

Ensemble: Nochmals zu den neuen Blockflöten von Mollenhauer und Moeck. Was ist daran anders?

Michala Petri: Sie haben einen größeren Tonumfang und eine andere Bohrung, daher kann man sie
lauter spielen. Das heißt, man kann stärker in das Instrument blasen, auch wenn sie nicht so leicht ansprechen.

Ensemble: Sind die Instrumente dann leichter zu spielen?

Michala Petri: Für einen unerfahrenen Spieler ist es leichter, ja. Denn man muss sich nicht so sehr zurücknehmen. Das ist ja überhaupt das große Problem bei der Blockflöte, dass man sich beständig zurückhalten muss, da man ansonsten keinen schönen Klang erzeugen kann. Und das fördert natürlich auch eine ganz bestimmte Mentalität, die nicht alle Leute verkraften, da man ungeheuer diszipliniert sein muss. Man kann nicht einfach losspielen, sondern muss den kleinen Klangkanal immer kontrollieren. Und das ist vielleicht meine Stärke gewesen, dass ich immer eine ungeheure Konzentration und gleichzeitig eine immense Kraft in meinem Spiel erreiche. Diese notwendige Disziplin würde ich nicht jedem Kind empfehlen. Denn alle Instrumente wirken auf den Spieler zurück.

Ensemble: Wie viel üben Sie heute noch?

Michala Petri: Wenn ich die Ruhe finde, dann übe ich drei Stunden am Tag.

Ensemble: Wie würden Sie selbst die Besonderheit Ihres Stils beschreiben?

Michala Petri: Meine Spielweise ist ehrlich, würde ich sagen. Ich bin mit mir selber sehr kritisch, weiß, wenn ich etwas richtig finde oder nicht richtig finde. Aber ich akzeptiere andere Meinungen sehr liberal. Das bedeutet: Wenn ich historisch richtig spielen könnte, aber die Leute mit dem Spiel nicht erreiche, dann habe ich doch nichts gewonnen. Wenn ich aber so spiele, wie ich es als richtig empfinde, aber es meine eigene Art des Ausdrucks ist, ich die Menschen, das Publikum damit auch erreichen kann, dann ist das doch das Wichtigste, oder?
Das bedeutet, wenn ich jemanden höre, der historisch spielt, dann akzeptiere ich das, nur ich will so nicht spielen.

Ensemble: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
Review of worldpremiere of Richard Harvey's Recorder Concerto Incantato with Michala Petri and City Chamber Orchestra of Hong Kong
Mark Tjhung
02 December 2014
Review: Michala Petri with the City Chamber Orchestra of Hong Kong
City Hall October 11

Serious recorder music is all too rare. But anyone who doubted that the wind instrument could be a legitimate solo instrument would have been proven very wrong on Sunday night. Michala Petri the much-lauded Danish recorder player, showed an enthralled packed City Hall what a diverse and spectacular solo instrument the recorder can be, as she took centre stage in a wonderful, florid, and joyous celebration of City Chamber Orchestra of Hong Kong's first decade.

Before the interval, Petri joined the orchestra for Vivaldi's Concerto for Flautino in C Major, one of the few composers who wrote regularly for the wind instrument. With her positively miniscule sopranino recorder, Petri's lines drifted along, both bird- and dream-like, always supremely in control of the breathless, continuous semiquaver and canyon-esque leaps.

The highlight of the evening came after the interval however, with the world premiere of Richard Harvey's Concerto Incantato, a work written specifically for this concert and for Michala Petri and five (or perhaps it was six?) of her recorders, ranging from the deeper, rounder tenor, to the twinkling sopranino. Described by the composer himself in the program notes as "a concerto for the Harry Potter generation", Harvey's work brings together a broad range of musical influences. The lengthy, five movement work, draws heavily on his background in cinematic music, particularly fantasy and sci-fi soundtracks, oozing walls of warm string harmony and a distinct story-telling quality – a highly consumable work commandingly performed. And most entertainingly, Harvey's prowess with the recorder stunned the audience, as he pulled a recorder from his pocket and joined Petri in a fun and upbeat encore.

Haydn's first Sturm und Drang symphony, no 39 in G minor, opened the concert; Sibelius' orchestral adaptation of two of his piano impromptus followed. And Astor Piazzola's sensual Tangazo ended the evening. But by that point, much of the audience's attention was still, perhaps emotionally, in the joy of the Harvey / Petri duet.

Overall, the concert was a fine tribute to the CCOHK's first decade – a testament to what they have built over their first years, and a more than promising start to the next.

Mark Tjhung
Mark Tjhung

Michala Petri, recorder
Carolin Widmann, violin
Mozart Flute Quartets
German Magazine Klassik Heute review on Mozart! 10 out of 10
Klassik Heute Magazine
02 December 2014
Mozart auf der Blockflöte? Sicher werden einige Aufführungspraxis-Fundamentalisten und Skeptiker schon die Idee allein verwerflich finden. Trotz alledem – Michala Petris Konzept einer Neuaufnahme der Flötenquartette Mozarts auf der Blockflöte ist aufgegangen. Ihre Argumente sind durchaus stichhaltig. Zum einen liegt der weiche, runde Klang einer Blockflöte dem der (hölzernen) Traversflöte, für die Mozart seine Quartette ja konzipiert hatte, näher als der silbrig brillante Ton einer modernen Querflöte; zum anderen darf man wohl getrost der Fragestellung nach der Legitimität einer Realisierung der Quartette des Booklet-Autors Claus Johansen folgen, der Mozart (selbstredend hypothetisch) antworten lässt: „Wie hoch ist das Honorar"?

Mich jedenfalls überzeugt Michala Petris Einspielung. Mehr noch, durch den ungewohnten Klang der Blockflöte hört man die Quartette gleichsam wie aus einer neuen Perspektive. Die spieltechnischen Entwicklungen der letzten Jahre und instrumentenspezifischen Neuerungen der Blockflöte sind an Michala Petri nicht spurlos vorübergegangen. Im Vergleich zu früher ist Petris Spiel klanglich flexibler geworden und hat an dynamischer Bandbreite und Expressivität gewonnen. Mit den drei Streicherinnen gelingt ihr ein perfektes, organisches Zusammenspiel. Kritikpunkte seien nicht verschwiegen: An einigen Stellen scheint mir die Blockflöte intonatorisch etwas zu hoch, und das Thema des A-Dur-Quartetts (dem Petri mit einer Sopranblockflöte Frische und Brillanz verleiht) wirkt – im Gegensatz zum Rest der Aufnahme – etwas undifferenziert und plan in Bezug auf Phrasierung und Artikulation. Trotz dieser kleinen Einschränkung eine überzeugende, absolut gültige Aufnahme, die so manchen Mozart-Freund positiv überraschen wird.

Heinz Braun (26.09.2008)
Künstlerische Qualität:
  9
Bewertungsskala: 1-10
Klangqualität:
  10

Gesamteindruck:
10

Klassik Heute Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Review in IRR on Recordermusic by Axel Borup-Jørgenssen
IRR Magazine
19 October 2014
The harpsichord also features on Recorder Music by Axel Borup-Jørgensen alongside percussion and the twin recorders of Elisabet Selin and Michala Petri, a similary new life afforded an ancient instrument previously exemplified in this column by Petri´s work with Palle Mikkelborgs and the Burgess disc covered in the October issue. The works are various combinations of these instruments, their structural rigour and striking timbral contrasts giving the programme a genuinely other-worldly quality, as if of a fascinating tradition imported wholesale from some parallel universe. However, I feel justified in delivering a reprimand for a fault I Thought was long extinct, which is failing to get native speakers to vet your booklet note translations, being told, for example, that one of the composer's early artistic skills was as " an impressive drawer" cue "part of the furniture" jokes) devalues the whole process of supporting music with text. Roger Thomas, International Record Review (IRR) January 2014.
IRR Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Enthusiastic US review on "Recordermusic by Axel Borup-Jørgensen"
Grego Applegate Edwards
04 September 2014
Up until now when I thought of recorders, I thought of the baroque and early music periods and the sound one hears in such contexts. It never occurred to me that the high modern arena would utilize the family of instruments and I cannot recall having heard such a thing.
But all that is in the past now that I have immersed myself in Axel Borup-Jorgensen's CD Recorder Music (OUR Recordings 8.226910). We are treated to eight compositions for various-sized recorders--alone, with harpsichord or with percussion. No less than seven of these works are enjoying their world premier recordings on this disk.

The recorder performances are in the hands of Michala Petri and Elisabet Selin, and they are impressive exponents indeed. Ingrid Myrhoj appears on harpsichord for two pieces; Gert Mortensen plays the multiple percussion instrument part on the one work involved. Everyone sounds great but it is the expanded recorder techniques and the clarity, dynamic thrust and elan of their execution that bring it all together.

Alex Borup-Jorgensen (1924-2012) wrote these works between 1975 and 2011. That they were a labor of love seems clear as you listen. The mastering of the recorder parts by Michala Petri and Elizabet Selin were no doubt labors of love as well.

The earlier works feature rapid-fire jumps into and out of various registers; the later works less so. In any case the parts are difficult and superbly played. It's almost uncanny to hear the recorder in an expanded, ultra-modern tonality. Once one gets over the shock the idea that these are fine works that bear repeated hearings sets in. And from that point I was hooked.

This is not just state-of-the-art modern recorder music. It is also a collection of very pleasing high-modern chamber music.

Very much recommended.



Posted by  Grego Applegate Edwards February 3th 2014
Grego Applegate Edwards

Michala Petri, recorder
City Chamber Orchestra of Hong Kong
English Recorder Concertos
Great review on English Recorder Concertos in UK Magazine "Scene"!
Scene Magazine
22 June 2014
From the English magazine "Scene"
Early 20th century orchestral and chamber music underwent a transformative process that saw new composing methods emerge to challenge the orthodox strictures of classical masters. But at the same time the monolithic edifi ce of the Western instrumental tradition was starting to splinter, a cultural countercurrent formed. Spurred on by advances in music history, scholarship and recording technology, an effort to revive the sounds of medieval and renaissance Europe was also underway, offering up a curious aural contrast to serialism and atonality. One of the instruments to directly benefi t from this renewed interest was the recorder, which - at one time – was known as the "English fl ute". Although use of the instrument had fallen out of favor during the classical and romantic musical periods, its smoky yet remarkably robust melodic sound found fans in British composers Richard Harvey, Sir Malcolm Arnold and Gordon Jacob, three men whose works comprise the program of this recent CD release. Performed by incomparable instrumental soloist Michala Petri and the City Chamber Orchestra of Hong Kong under the direction of conductor Jean Thorel, these varied pieces demonstrate the range of once-maligned woodwind. From the dramatic opening of Harvey's Concerto Incanto through the pastoral meanderings of Jacob's Suite for Recorder and Strings, this is the music of European myth and history. Recommended.
– Chris Morgan
Scene Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Great Gramophone review on Recorder Music by Axel-Borup-Jørgensen
Gramophone Magazine
24 March 2014
Gramophone on Recorder Music by Axel Borup-Jørgensen
Gramophone Collector, New Music from Denmark. Richard Whitehouse takes the pulse of Denmark's contemporary music scene through four discs of new writing.
Although Finland has latterly made the running in terms of new music, the Danish scene has long been one of strength in diversity – confirmed by the four discs under consideration.
Only recently has the music of Axel Borup-Jørgensen (1924-2012) enjoyed wider attention. A disc of percussion works (9/14) detonate a figure of sensitivity and refinement, reinforced by this anthology of pieces for and featuring recorder on the enterprising OUR Recordings label co-founded by Michala Petri.
This is also an overview of Borup-Jørgensen's evolution over his final three decades of composing, ranging from the starkly austere interplay between recorder and harpsichord in Fantasia (1975) to a poise and eloquent melodic line in the unaccompanied Pergolato(2011) that was to be his final work. Any thought of sequencing in chronological was rightly outweighed by that of presenting the works to confirm Borup-Jørgensen's ease in his writing for tenor, treble, descant and sopranino instruments. Petri and Elisabet Selin (the composer's daughter) share the honours, with, with Ingrid Myrhøj the virtuoso harpsichordist in the tensile Zwiegespräch (Dialogue,1989) and Gert Mortensen the comparably dedicated percussionist in Periphrasis (1977) which opens the disc in combative fashion. Gramophone October 2014
Gramophone Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Great review in leading German Magazine for Chambermusic "Ensemble" on Recorder music by Axel Borup-Jørgensen!
Ensemble
24 March 2014
Review on Recorder music by Axel Borup-Jørgensen in German Magazine "Ensemble"!
Vogelkonzert
Michala Petri zwitschert und trillert fast vier minuten lang (in Track 5: "Vogelkonzert") auf einem Diskant-Blockflötchen wie ein Vögelchen: Welches Instrument Könnte das besser? Der Dane Axel Borup-Jørgensen, in Sweden aufgewachsen, in Kopenhagen ausgebildet, in Darmstadt mit Neuer Musik befasst, hat für die Meisterin und ihre einzige Privatschülerin, seine Tochter Elisabet Selin, Blockflötenstücke geschrieben, von denen acht auf dieser CD die ganze Breite seiner Kompositionskunst widerspiegeln: Die beiden spielen abwechselnd fünf Solowerke fûr unterschiedliche Blockflöten, dazu eines mit – knallig lautern! – Schlagwerk und zwei mit cembalo begleitet. In allen schmeichelt sich in tiefer Lage der warme, in höchster auch kreischen, zirpen und piepsen den Blockflötenton ins Ohr – gebändigte und losgelassene Natur! Maj 2014,- Diether Steppuhn
Ensemble

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Gramophone on "The Percussion Universe of Axel Borup-Jørgensen
Gramophone Magazine
24 March 2014

Axel Borup-Jørgensen (1924-2012) will be a name unfamiliar to many though this Danish composer left a substantial body of work and finds meaningful accommodation between mid-20th-century modernism and the aesthetic concerns of an earlier era. This disc of music for and featuring percussion touches on all the relevant bases- not least Solo(1979), where archetypal groupings of metal, skin and wood are drawn into a continuity so that differences in timbre are outweighed by similarities of texture. Much the earliest piece her, Music for Percussion and Viola (1956) yields a rhythmic uniformity its composer was later to eschew, yet the gradual coalescing of opposites in a climatic processional is no less arresting for it.
The duo percussion medium is represented by La Primavera (1982) the longest and also slowest-burning work, which, despite its fastidious blending of instruments and the visceral exchanges towards its close, is likely as much visual as aural in appeal. Not so Periphrasis (1997), in which the interplay with recorder is made meaningful through the separating of un-tuned and tuned percussion that ensures an unbroken arc of expressive intensity through to the close. An outcome no less audiable in Winter Music (1984), except the brass quintet adds Varése-like plangency to music whose ominous import is pointedly not made explicit.
Recorded with startling clarity and informatively annotated, this release is another triumph for Gert Mortensen and the formidable roster of musicians with whom he has collaborated on this project-so resulting in memorable listening experience. Richard Whitehouse, Gramophone September 2014
Gramophone Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Fantastic review in US Magazine Fanfare on Recorder Music by Axel Borup-Jørgensen
Fanfare Magazine
13 March 2014
Any idea that a disc of recorder music is going to be gentle and filled with happy pipings is instantly contradicted by the overtly Modernist drum poundings that open Periphrasis (1977, revised 1993–94), which arrive like so much thunder. It comes as no surprise to learn that Axel Borup-Jørgensen (1924–2012) attended Darmstadt, first in 1959, returning in 1962. It is scored for recorder and percussion; the percussion writing is virtuosic (as is the performance in this recording); the instruments interact with and react to the recorder's likewise virtuosic statements. If the recorder has a chalumeau register, it is this which is on display in the later parts of the piece (around seven and a half minutes in). Michala Petri, surely the world's best-known (and loved) recorder player, demonstrates not only virtuosity but a true understanding of idiom.
Elisabet Selin, a name new to me and in fact the composer's daughter (and student of Michala Petri), is clearly of an equivalent level of virtuosity and musicality. Written for solo tenor recorder, Nachtstück (1967) is an intriguing meditation. It comes as no surprise to encounter multiphonics in this music; the surprise is that they are so convincingly rendered. There are even attempts at counterpoint. The result is remarkable, and caught in a vivid recording.
The shrill monodic adventures of the solo sopranino recorder (Petri) shape Architraves (1977). The reference to birds is visceral, and quite unlike Messiaen—a sort of mid-stage between birdsong proper and what Messiaen might have done with it perhaps, or a first-step transmogrification. Whatever, it remains on the tightrope between delightful and demanding. Our avian friends return in Birds Concert (1985), where Petri is once more at her most charming.
The arrival of the harpsichord is like listening to shards of glass: This particular harpsichord is a very forceful instrument, and is recorded viscerally in Zwiegerspräch of 1988–89. Here it is the sopranino recorder of Selin that complements the harpsichord with its shrillness. At only just over five minutes, the work feels too short (although it is relentless).The Fantasia of 1975 (revised 1986–88) for sopranino recorder (Selin) and harpsichord is the longest piece on the disc. The stamina of the players is truly remarkable, perhaps mostly in terms of sheer concentration. The intensity does not flag for a second. The solo recorder flights are remarkable in their inspiration; the harpsichord's antics are hardly less impressive. The ending is cheeky and teasing.
Written in 2011, Pergolato is for treble recorder, a five-minute lament delivered eloquently by Petri. The Notenbüchlein (as it is given on the back cover; in the notes it is Notenbüchlein für Anna Elisabeth) of 1977–78 is an exploratory piece whose solo melody (Selin), while not quite as melancholic as Pergolato, nevertheless speaks of questing, of searching.
A remarkable disc, stunningly performed and well recorded. Colin Clarke, Fanfare May/June issue 2014

Fanfare Magazine

Michala Petri and Elisabet Selin
Axel Borup-Jørgensen (1924-2012)
Recorder music by Axel Borup-Jørgensen
Overwhelming review on Recorder Music by Axel Borup-Jørgensen in Klassik Heute
Klassik Heute Magazine
06 March 2014
Klassik Heute
Recorder Music by Axel Borup-Jørgensen
Wertung: 10 / 10 / 10


Der dänische Komponist und Pianist Axel Borup-Jørgensen (1924-2012) war einer der großen, stillen Individualisten Skandinaviens im 20. Jahrhundert. In Dänemark geboren und in Schweden aufgewachsen, erhielt er seine Ausbildung an der Königlichen Musikakademie in Kopenhagen. Obwohl als Komponist weitgehend Autodidakt, zählte er 1959 zu den ersten dänischen Komponisten, die die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik besuchten. Wolfgang Fortner ermutigte den jungen Musiker, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Ohne Zweifel übte die Avantgarde der Sechzigerjahre einen starken Einfluss auf Borup-Jørgensens Klangwelt aus, jedoch komponierte er nie streng seriell, sondern ließ sich in seiner kompositorischen Arbeit stets von Intuition und seinem außerordentlichen Klangsinn leiten. Borup-Jørgensens handschriftliche Partituren von geradezu kalligraphischer Qualität und Schönheit verraten den ausgesprochenen Klang-Tüftler und Magier der Farben. Seine Musik kennt feinste melodische Verästelungen ebenso wie zupackende, dramatische Eruptionen, so etwa in seinem orchestralen Hauptwerk Marin (1970) oder Musica autumnalis (1977). Der weit überwiegende Teil seines Schaffens ist der Kammermusik gewidmet. Hier genoss er die Freiheit und Inspiration, eng mit seinen Interpreten zusammenzuarbeiten und neue klangliche Möglichkeiten der Instrumente erforschen und erproben zu können.
Dass die Blockflöte in Axel Borup-Jørgensens Werkliste eine nicht unwesentliche Stellung einnimmt, verdanken wir seiner Begegnung (und lebenslangen Freundschaft) mit der dänischen Blockflötenvirtuosin Michala Petri und seiner Tochter Elisabet Selin, für die er zahlreiche anspruchsvolle Kompositionen geschaffen hat.
Diese ausgesprochen sorgfältig edierte, musikalisch, klanglich und nicht zuletzt auch optisch exzellente Produktion seiner (fast kompletten) Blockflötenmusik beleuchtet einen Zeitraum von fast dreißig Jahren – von seinen ersten Versuchen mit dem Instrument Mitte der Siebziger Jahre bis hin zu Pergolato, der etwas mehr als ein Jahr vor seinem Tod entstandenen letzten Komposition des damals 86-Jährigen.
Authentischer und kompetenter könnte die Wiedergabe nicht sein: Eben jene Spielerinnen, die sein Interesse am Instrument geweckt hatten und mit denen er in der Folge auf das Engste zusammenarbeitete, sind auf der Aufnahme zu hören. Borup-Jørgensens auffallende Affinität zu den hohen Instrumenten der Blockflötenfamilie und ihrem der Frauenstimme ähnlichen wie auch dem Vogelgesang verwandten Klang macht es nicht leicht, die Werke dramaturgisch so geschickt und abwechslungsreich anzuordnen wie man es etwa von einem Konzertprogramm erwarten würde. Die CD ist offensichtlich auch eher „enzyklopädisch" gedacht – als Referenzsammlung seiner Blockflötenwerke.
Periphrasis (1977 ursprünglich für Flöte und Schlagzeug komponiert und in den Neunziger Jahren für Blockflöte adaptiert) firmiert als fulminanter Auftakt. Im dialogischen Spiel fungiert die Blockflöte häufig als ruhender Pol im faszinierenden Klangfarbenkaleidoskop des Perkussionsappartes, der subtil mit den vier wechselnden Blockflöten (von Sopranino bis Tenor) interagiert. In welchem Maße sich Borup-Jørgensen in die Idiomatik des Instrumentes eingehört und –gedacht hat, zeigt sich vor allem im für seine Tochter komponierten Tenorflöten-Monolog Nachtstück aus dem Jahr 1987. Hier schafft er einen eigenen Kosmos von äußerster Expressivität der feinen Zwischentöne, der sich aus der Stille ganz allmählich geräuschhaft vortastend zu einer dramatischen Klimax mit blockhaften Akkordklängen steigert, um letztlich zu verstummen. Für mich vielleicht die unmittelbarste und auch formal geschlossenste Komposition der CD. Elisabet Selin realisiert hier nicht allein akribisch die detaillierten Farbnuancierungen der Partitur, sondern gestaltet den Spannungsbogen so zwingend souverän und von einer dramatischen Intensität wie man sie selten hört. Der einzigartige, unverwechselbare Ton Michala Petris prägt Architraves, ein hypnotisches  Solostück für Sopraninoblockflöte. Das über ein Jahrzehnt später entstandene konzise Zwiegespräch knüpft klanglich daran an, erweitert aber die Besetzung mit dem silbrig-hellen Klang des Cembalos und kontrastiert die hohe Blockflöte mit sonoren, koloristischen Clustertexturen. Mitte der Neunziger Jahre entstand Birds Concert für Sopranblockflöte, das u.a. mit verschiedenen Trillern, Vorschlagsnoten und Flatterzungenspiel eine (jahrhundertelange) Tradition von Vogelmusik für das Instrument fortführt. Die 1975 komponierte Fantasia war das erste Werk Borup-Jørgensens, in dem er sich professionell mit der Blockflöte befasste und Ausgangspunkt einer kreativen Entdeckungsreise, die bis zum Ende seines Schaffens anhalten sollte. Wie Zwiegespräch für die Kombination von Sopranino und Cembalo konzipiert (und wie im ersten Falle von Elisabet Selin und ihrer Mutter Ingrid Myrhøj interpretiert), erzeugt das Stück von Beginn an eine gänzlich eigene, mysteriös-gespenstische Klangwelt von großer atmosphärischer Dichte. Der Kreis von Borup-Jørgensens kompositorischem Œuvre schließt sich in Pergolato mit dem weichen, milden Klang der Altblockflöte. Das für seine früheren Stücke so charakteristische hypnotisierende Kreisen, die dramatischen, raumgreifenden Intervallsprünge und abrupten Registerwechsel weichen in Pergolato meditativer Ruhe und lyrischer Melancholie. Wie in einer posthumen Verneigung vor dem großen Künstler und Freund strahlt Michala Petris Spiel hier besondere Würde und Demut aus. Das die CD beschließende Notenbüchlein für Sopranblockflöte solo (1977-79 für seine Tochter Elisabet Selin entstanden und hier auch von ihr gespielt) fasst in Form einer Suite von Miniaturstücken noch einmal kurios die charakteristischen Merkmale von Borup-Jørgensens Blockflötenmusik zusammen. 
OUR Recordings hat mit dieser Produktion (wieder einmal) Maßstäbe gesetzt. Gewiss, Borup-Jørgensens Musik ist keine „leichte Kost", aber sie ist ein gewichtiger Meilenstein der Blockflötenmusik des 20. Jahrhunderts – eine Musik von höchster Individualität und Geradlinigkeit, der man sich nur schwer entziehen kann.

Heinz Braun
(04.03.2014)

Klassik Heute Magazine
  OUR Recordings
Esromgade 15, opg. 1, 3rd floor, room 15
2200 Copenhagen N
Denmark
Tel: +45 4015 05 77
E-mail: hannibal@michalapetri.com
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